#1

Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 21.04.2012 12:44
von sauhund • 15 Beiträge

Hallo Läufergemeinde,

als begeisterter Trailrunner und Vorstand des örtl. Sportvereines stelle ich mir die Frage, ob Trailrunning im Verein funktioniert. Neben vielen anderen Abteilungen haben wir Leichtathleten (Straßen- und Bahnläufer) und auch viele Triathleten im Verein.
Da wir im südl. Oberallgäu zuhause sind, liegt es auf der Hand, dass viele unserer Mitglieder ihre langen Einheiten auch in den Bergen bzw. auf Trails zurücklegen.

Vor allem auch aus der Sicht der Nachwuchsförderung (die Gruppe der 14-25 Jährigen) würde ich gerne eine Trailrunninggruppe gründen und so auch weniger erfahrene Läufer (die sich alleine nicht trauen) an lange Distanzen und auch alpine Laufabschnitte heranführen.

Was haltet IHR davon, kennt ihr Vereine oder Gruppen sie sowas machen und da Erfahrungen haben, ob sowas klappt?

Vielen Dank schon mal!

sauhund

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#2

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 21.04.2012 13:51
von Alpinrönner • 232 Beiträge

Naja für mich ist Trail Running halt der Geist von "Raus gehen, dreckig werden, Spass haben, unabhängig sein" Und noch ein paar Sachen mehr natürlich. Ein Verein hat für mich dann mehr den Charakter(speziell im Jugendbereich) von viel Struktur und Reglementierung. Eigentlich passt es irgendwie nicht so zum Trailrunning wie ich es lebe, aber es kommt natürlich total drauf an wie du es aufziehst. :-) Ich denke speziell für Anfänger oder Interessierte würde eine kleine Einführung helfen. Aber dann mehr so im Sinne: Am Tag X gibts eine geführte Trailrunning-Einheit. Geschwindigkeit und exakte Strecke richtet sich nach den Teilnehmern, evtl verschiedene Leistungsgruppen.

In der Laufgruppe in der ich möglichst oft mitgehe bin ich auch ein Küken unter erfahrenen Ultra- und Etappenläufern. Das klappt auch. Allerdings ist es wirklich einfach nur ein "mit Gleichgesinnten rumrennen". Von Betreuung im eigentlichen Sinn würd ich da nicht sprechen. Das will ich aber auch nicht unbedingt. Ich geniesse eben diese ungezwungene Art.
Trailrunning in Gruppen: funktioniert :-)

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#3

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 23.04.2012 15:23
von cosmopolli • 230 Beiträge

Trailrunning im Verein?
Warum denn nicht?!?

Es funktioniert in Deutschland doch alles in nem Verein - also wenn ich mal schaue, was alles einen Verein hat...

Wer hätte damals gedacht, als die ersten Mountain Biker die Wanderer erschreckten als würden Aliens landen,
dass sich das jemals so im DAV integrieren liesse?
Ähnlich verhielt es sich doch mitm Snowboarden....

Übrigens der TV Jahn Kempten hat sowas änliches:
Kids x Cross
http://www.tv-jahn-kempten.de/
die haben ja auch nen super Vorbild für die Kids ;-)


on the way to chamonix

zuletzt bearbeitet 23.04.2012 15:26 | nach oben springen

#4

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 23.04.2012 20:06
von zanshin • 99 Beiträge

Nunja.... ich denke das ist Geschmackssache.
Ich finde es zwar ab und an schön, auf einer Laufveranstaltung mit vielen Gleichgesinnten durch die Pampa zu laufen. Zumal man so auch mal auf (ausgeschilderten) Strecken unterwegs ist, die man selbst gar nicht kennt bzw. nicht finden würde.

Aber ansonsten macht für mich der Reiz des Trailrunnings gerade die Natur aus. Diese zu genießen, mich spontan den einen oder anderen Abhang hinaufzujagen, einmal innezuhalten und die Gegend und auch die Ruhe zu genießen, den Vögeln zu lauschen und mich daran zu erfreuen, das eine oder andere Reh etc. zu sehen - etc. etc. etc.

Das aber kann ich mir in einer Gruppe/im Verein nicht vorstellen.
Und weiterhin besteht hier die Gefahr, dass man für Unmut bei Förstern, Jagdpächtern etc. sorgt:
Ein , zwei vereinzelte Trailrunner, die querfeldein/querwaldein laufen, werden kaum jemanden stören und auch das Wild -wenn überhaupt- dann nur wenig verschrecken.
Anders sieht die Sache aus, wenn eine "Horde von Trailern" laut durchs Gebüsch trampelt. Und wenn das dann auch noch regelmäßig vorkommt, dann ist der Ärger vorprogrammiert. Und das muss nicht sein.


Gruß Carmen

zuletzt bearbeitet 23.04.2012 20:06 | nach oben springen

#5

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 23.04.2012 21:11
von M@ikel • 91 Beiträge

Nenene... lass das mal schön nen Individualsport bleiben.
Sobald es da mit organisierten Läufen los geht, passiert das selbe wie beim MTB.

Massen von Förstern, Jägern, Wanderrentner, "Umweltschützer",... werden sich gegen diesen Wald- und Gesundheitsschädlichen "Sport" wenden und mit ihrer alteingesessenen Lobby Verbote und Regelungen gegen den Trailsport durchbringen.

Traurig aber Wahr, so ist das doch in Deutschland.


Cheers, Maikel

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#6

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 24.04.2012 13:31
von cosmopolli • 230 Beiträge

Nun ja, es gibt ja schon zig-Trailrunning Veranstaltungen und wie hier im Forum so auch anderswo, treffen sich Leute zum gemeinsamen Laufen in der Natur.
Crosslauf ist ja auch Trailrunning und schon ziemlich alt, genauso wie Bergläufe auch.
Querfeldein braucht sowieso kaum einer durch das Unterholz zu springen - denn damit handelt man gerade wider der Natur die man für schützenswert hält. Über Wiesen zu rennen, wie es die Briten auf der Insel tun, geht in unserer "Kulturlandschaft" leider kaum und in den Bergen ist es dasselbe wie in den Wäldern.
Nein, am Besten bleibt man aufm "Trail" und dann kann es allerhöchstens so schlimm kommen, wie es den Mountainbiker erging, fast überall akzeptiert und der Sport wurde sogar olympisch.
Ich finde, wenn der Thread-Starter es schafft, Kinder und Jugendliche für das Trailrunning zu begeistern, ist das doch ne gute Sache.


on the way to chamonix

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#7

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 24.04.2012 14:07
von Alpinrönner • 232 Beiträge

Es ist aber ein Unterschied ob es mal ab und zu oder jede Woche passiert. Wenn du mir sagst ich schädige nachhaltig die Natur wenn ich mal Querbeet/Offtrail laufe dann würde ich dich nur schief anlächeln. Das würde ja bedeuten unser ganzer Wildbestand wäre ein einziger riesiger Naturschänder. Die trampeln den Wald nicht nur nieder, sondern fressen ihn auch noch!!! Und wie denkst du entstehen die vielen schmalen Trails, auf die du dich begrenzt um die Natur zu schützen?
Es ist im Endeffekt eine endlose Diskussion... denn natürlich tut es Pflanzen alles andere als gut, wenn man sie niedertrampelt. Ich will auch nicht sagen, man soll absichtlich jedes Blümchen und Pilz zertreten, dem man begegnet.. Wenn es allerdings nur ein Off-Trailer ist, der pro Monat einmal an einer bestimmten Stelle über unplanierten Waldboden rennt wird das kaum Schäden hinterlassen. Rasen geht auch nicht kaputt, wenn Kinder darauf Fangen spielen. Der steht wieder auf. Schlimmer ist es da mit dem aufscheuchen von wildtier während dem Winter. Die können in Folge einer unnötigen Flucht verhungern, weil sie zu wenig Nahrung finden bei viel Schnee.

Und ansonsten steigen wir halt auf eine ökologische Sportart um. Wie zum Beispiel Golfen, Motorrennsport, Fussball... die zerstören die Natur ja nur beim Bau der Anlagen... dafür gleich Komplett!
Es ist echt eine Schande, dass man uns ein Vergehen an der Natur vorwirft. Bei Grossveranstaltungen(sprich Wettkämpfen) sind natürlich da einiges schlimmer. Wenn mehrere 100 bis 1000 Paar Füsse über die gleiche Strecke flitzen, sieht man das danach natürlich schon.

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#8

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 24.04.2012 16:08
von sauhund • 15 Beiträge

Erst mal vielen Dank für die rege Diskussion. Da wir im Allgäu ja in einer sehr touristisch "genutzten" Region leben und daher sehr viele schöne Wege und Trails haben, braucht man bei uns nicht Offtrail zu laufen, zumindest nicht im Gebirge.
Schlimm genug, dass die Skitouri-Mafia in und um Oberstdorf die letzten schönen Blumenwiesen planieren will, da sollten wir Naturfreunde auf den doch reichlich vorhandenen Wegen und Steigen bleiben.

Das ganze ist nicht als "Massenveranstaltung" geplant sondern als ungezwungener Treff. Gerade im alpinen Bereich sind sich halt viele unsicher und in einer kleinen Gruppe bis max. 8 Teilnehmer könnte man doch ganz gut die Grundfertigkeiten des Berglaufens an kurzen Kletterstellen etc. erklären.

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#9

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 24.04.2012 16:29
von Alpinrönner • 232 Beiträge

Im alpinen Bereich ist "Off-Trail" sowieso nicht nötig. Bergwanderwege sind ja eigentlich reichlich vorhanden und im Normalfall kann man die auch ohne schlechtes Gewissen als "Trail" bezeichnen. Und vorallem kann man sie auch ohne schlechtes Gewissen in grossen Gruppen belaufen, wenn man auf den Wanderwegen bleibt.

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#10

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 24.04.2012 20:27
von Rupi • 742 Beiträge

Ich weiß ja nicht wies bei euch ist, aber die Angst dass jetzt horden von Trailrunner durch "meine" Heimatberge laufen, habe ich absolut nicht.
Aktuell ist eher dass Gegenteil der Fall, dass ich wie ein Mondkalb angestarrt werden wenn ich jemand entgegenkommen.

Ich denke schon dass es auch Sinn machen kann das ganze im Verein zu machen, gerade um zu lehren/zu lernen.
Mein Fall ist es aber nicht, bin zwar auch gerne mal in der Gruppe unterwegs, aber mir würde wohl das spontane zu sehr fehlen.


agressive Downhillsau
©Gripmaster


Running is my Church.

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#11

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 25.04.2012 13:41
von cosmopolli • 230 Beiträge

Zitat
Es ist aber ein Unterschied ob es mal ab und zu oder jede Woche passiert. Wenn du mir sagst ich schädige nachhaltig die Natur wenn ich mal Querbeet/Offtrail laufe dann würde ich dich nur schief anlächeln. Das würde ja bedeuten unser ganzer Wildbestand wäre ein einziger riesiger Naturschänder. Die trampeln den Wald nicht nur nieder, sondern fressen ihn auch noch!!! Und wie denkst du entstehen die vielen schmalen Trails, auf die du dich begrenzt um die Natur zu schützen?
Es ist im Endeffekt eine endlose Diskussion... denn natürlich tut es Pflanzen alles andere als gut, wenn man sie niedertrampelt. Ich will auch nicht sagen, man soll absichtlich jedes Blümchen und Pilz zertreten, dem man begegnet.. Wenn es allerdings nur ein Off-Trailer ist, der pro Monat einmal an einer bestimmten Stelle über unplanierten Waldboden rennt wird das kaum Schäden hinterlassen. Rasen geht auch nicht kaputt, wenn Kinder darauf Fangen spielen. Der steht wieder auf. Schlimmer ist es da mit dem aufscheuchen von wildtier während dem Winter. Die können in Folge einer unnötigen Flucht verhungern, weil sie zu wenig Nahrung finden bei viel Schnee.



Ehrlich gesagt hab ich mit Natur die Tiere gemeint - hier wo ich wohne, sind die Wälder max. ein paar Kilometer tief, d.h. sie sind überall von Siedlungen und Straße eingegrenzt - wenn da jetzt nun jeder Trailrunner (bei dem Angebot an Schuhen etc gibt es sicherlich einpaar mehr davon als hier im Forum) seinen eigenen Weg sucht, dann glaub ich kaum, dass das gut für die Flora & Fauna ist.
Wie du ja auch meintest, selbst die Tiere bleiben aufm Trail ;-)

Aber hier gings ja ursprünglich darum, Kinder & Jugendliche für diese Outdooraktivität zu begeistern und dafür halte ich das über nen Verein für ne gute Sache.
Mir persönlich würde es auch nix bringen, feste Zeiten usw.. das schöne am Laufen ist ja, dass man es zu jeder Tages & Nachtzeit machen kann.


on the way to chamonix

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#12

RE: Trailrunning als Vereinssport, funktioniert sowas?

in Sehr allgemein 25.04.2012 14:37
von Alpinrönner • 232 Beiträge

Zitat
Ehrlich gesagt hab ich mit Natur die Tiere gemeint - hier wo ich wohne, sind die Wälder max. ein paar Kilometer tief, d.h. sie sind überall von Siedlungen und Straße eingegrenzt - wenn da jetzt nun jeder Trailrunner (bei dem Angebot an Schuhen etc gibt es sicherlich einpaar mehr davon als hier im Forum) seinen eigenen Weg sucht, dann glaub ich kaum, dass das gut für die Flora & Fauna ist.
Wie du ja auch meintest, selbst die Tiere bleiben aufm Trail ;-)


Das macht die "Naturschädigungs-Diskussion" auch entsprechend kompliziert. Nirgends sind die Verhältnisse gleich. Wenn ein Gebiet spezifisch als geschützt oder als Wildruhezone gekennzeichnet ist, lasse ich auch meine Füsse von. Sogar wenn man sinnvollerweise auch schon Schiesstände neben hin pflanzt. Die Tiere müssen sich richtig wohl fühlen, wenns regelmässig knallt...


zuletzt bearbeitet 25.04.2012 14:38 | nach oben springen


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