#16

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 25.06.2012 22:11
von Herscheider • 299 Beiträge

@Trito und Stevea,

tolle Berichte, die ihr da geschrieben habt!

Und Kopf hoch an die "Aussteiger"! So lange wir unsere Brötchen nicht mit Trailrunning verdienen, ist es besser mal eine vernünftige Kopfentscheidung zu treffen (so schwer sie natürlich auch ist!), statt dem Körper fahrlässig Schaden zuzufügen.

Nächste Woche Dienstag düse ich dann nach Garmisch. Langsam steigt die Nervosität. Liegt vermutlich nur am Tapering...

Viele Grüße
Sebastian

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#17

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 25.06.2012 23:12
von schnellejugend • 828 Beiträge

Dann möchte ich doch auch mal berichten wie es mir ergangen ist.

Ich bin am Anfang recht lange mit Rene hier aus dem Forum gelaufen und auch gegangen. Ich habe früh meine Stöcke ausgepackt und das ganze war auch gutes Wohlfühltempo. Da meine längste Distanz ein Marathon bei einem Thriathlon vor grob 15 Jahren war und die letzten 3 Wochen bei mir eher schlecht gelaufen sind (bzw. ich so gut wie garnicht laufen konnte) war ich mir sehr unsicher, ob ich das ganze überhaupt schaffen könnte. Ich habe eine WhatsApp Supporter-Gruppe für mich zusammengestellt mit dem Auftrag mir schriftlich in den Hintern zu treten, wenn ich schwächele (Ich habe recht viel geschrieben und auch ein paar Bilder gemacht, die Kommentare waren richtig witzig).
Ich bin irgendwann vor dem Scharnitzjoch immer schneller geworden und es lief bombig, ich bin pfeiffend den Berg hoch. Oben habe ich meine Stöckchen verpackt und bin den Berg runter gerannt, es war einfach der Hammer.
Das letzte Stück, die sehr steilen Schotterserpentinen haben dann aber schon ganz schön weh getan. Da habe ich meine Beine schon deutlich gespürt, meine Wasser war leer und die Verpflegung hätte von mir aus 3km vorverlegt werden dürfen. An der Verpflegung bei ~ km 25 habe ich dann einigermaßen nachgetankt, ab jetzt sollten ja erst mal ein paar angenehme km zum rollen kommen lt. Höhenprofil. Mit Musik auf den Ohren und einigen Gehpausen (zum Tippen: jetzt nur noch einen Marathon, Antwort: so 2:04h ist wohl die Zeit, die man Momentan dafür braucht) habe ich mich ganz gut erhohlt. In Mittenwald hat meine Frau mit meiner Tochter auf mich gewartet. Meine Stimmung war richtig gut.
Bis etwa Km 45 bin ich eigentlich jeden Meter, der nicht zu steil bergauf ging gelaufen, das war besser als ich erwartet habe, Magen geht gut, Füße sehr gut, leichte Kopfschmerzen, Pinkeln war ich noch garnicht... Nach über 6h. Zu wenig getrunken? Auf jeden Fall. Eher viel zu wenig. Aber das konnte ich nachhohlen und sogar die Kopfschmerzen sind wieder verschwunden.
Den ersten richtigen Knacks habe ich mir beim der Bergabpassage vor der Klamm gehohlt. Ich bin gelaufen, selbst die steilen Stücke. Und irgendwann hat mein linkes Knie weh getan, so weh, dass ich zumindest nicht mehr laufen konnte. Jetzt habe ich bergab wandernd die Stöcke benutzen müssen. Ich habe mir jetzt schon Gedanken gemacht, ob die noch anstehenden 1500hm bergab so zu schaffen sind. Berghoch hat aber weiter recht gut geklappt also habe ich mir gedacht, dass ich -wenn mein Knie partout nicht bergab will- bei V6 in die Alpspitzbahn steigen kann. Ich habe weiter versucht, die flachen Meter zu laufen (waren ja fast keine mehr), bergab musste ich gehen.
Die Km bis hoch zu V6 waren echt zäh, allerdings habe ich mich ganz gut unterhalten (auch jemand aus dem Forum, bei ihm hat das rechte Knie schlapp gemacht).

Nur noch 12,8km, über 50km hinter mir, fast alle Höhenmeter geschafft. Ich habe kurz in einem der Liegestühle gesessen und eine Portion Nudeln gegessen. Ich habe beschlossen, die "kleine Runde" über die Bergstation der Alpspitzbahn noch hinter mich zu bringen und dann zu entscheiden, ob ich es stecken muss.
Ein paar Meter bin ich auch da oben noch gelaufen aber dann wurde es auch berghoch immer schlechter. Und bei einer kurzen Bergabpassage auf dem breiten Schotterweg unterhalb der Bergstation konnte ich dann auch nicht mehr bergab gehen. Die zwei Streckenposten oben haben mir angeboten mich bis zur unteren Station zu fahren, wo ich dann in die Bahn steigen könnte. Das habe ich leider ausgeschlagen und habe probiert über die reguläre Strecke die "paarhundert" Meter bis zur unteren Station zurückzulegen. Ich habe dafür über eine Stunde gebraucht, die Stöcke musste ich wie Krücken einsetzten.
So bin ich letztendlich bei V7, also 6km vor dem Ziel ausgestiegen (auch wenn im Klassement V6 steht, ich bin nur nicht mehr über eine Matte gekommen).

Ich bin zwar wegen einem irgendwie lädierten Knie ausgestiegen, der eigentliche Grund war aber sicher die für mich zu hohe Geschwindigkeit die ersten Berge runter und das mangelnde Training bergab. Ich denke, dass die Muskulatur schlapp gemacht hat und dann dadurch das Knie überlastet wurde. Wenn ich keine Schmerzen gehabt hätte wäre es die reine Erschöpfung der Oberschenkel gewesen, die mich fertig gemacht hätte.

Trotz allem war ich glücklich, ich bin es immer noch. Wenn ich an den Tag denke bekomme ich immer noch feuchte Augen. Ich habe schon vorher an langen Sportveranstaltungen teilgenommen. Aber nie hatte ich das Gefühl, das so viele bzw. alle total begeistert und entspannt sind. Während des Laufs habe ich immer wieder an meine Tochter gedacht, die ich im Ziel in den Arm nehme und auch jetzt während ich das tippe rührt mich dieser Gedanke. Zeitlich hätte ich dafür unter 11h bleiben müssen, vll. unter 11h30. Eine Illusion, wie ich schon nach kurzer Zeit festgestellt habe. Auch wenn ich immer mal wieder hochgerechnet habe, eigentlich war mir die Zeit egal.

Trotzdem, ich hätte gerne mit meiner Kleinen die Ziellinie überquert.


Materialfetischist, gadgetgeil. Wenn ich mir begegnen würde wäre ich mir unsympathisch.

zuletzt bearbeitet 25.06.2012 23:26 | nach oben

#18

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 01:13
von umweg • 63 Beiträge

Erstmal GLÜCKWUNSCH und RESPEKT an ALLE TEILNEHMER, egal ob im Ziel oder nicht.
Als Greenhorn im Langstreckenbereich hab ich mich erst mal für die Kurzstrecke entschieden und bin die Sache erst mal locker angegangen. Nach dem man am Freitag abend schon den ein oder anderen hier aus dem Forum kennenlernen durfte, war es am Samstag immer wieder schön auf bekannte Gesichter zu treffen.
Eine zeitliche Vorgabe hatte ich mir für meinen ersten großen Lauf nicht gesetzt, aber die Gewissheit das erst nach 17Std. das Ziel geschlossen wird beruhigte schon ein wenig.
Bereits am Start ordnete ich mich im letzten drittel ein um auch sicher zu gehen, das ich ja nicht zu schnell loslaufe oder sogar disqualifiziert werde, weil ich das Führungsfahrzeug überhole
Bis zum Scharnitzjoch lief bzw ging alles nach Plan, doch dann kam der erste Downhill, welche ich persönlich eigentlich bis zu dieser Stunde nicht so mochte. Nach den kleinen Schneefeldern und der überstandenen Matschpassage kamen die wohl geilsten Rennkilometer meines Lebens. Unten angekommen wär ich am liebsten wieder hoch um das ganze noch mal zu laufen. Bereits hier musste ich gehörig auf die Euphoriebremse treten, den es war ja noch nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Da ich nicht der große Ernährungstaktiker bin nutze ich eigentlich an sämtlichen VP das volle Angebot aus.
Kostete natürlich die ein oder andere Minute, weil Salami,-Käse.-Brot, Orangen. Bananen, Gurken, Tomaten, Kuchen, Nüsse, Schocki, Nudeln müssen ja erst mal zusammengekaut werden.
Der zweite Aufstieg war im Vorfeld eigentlich meine Schlüsselstelle, wurde aber ohne jegliche Probleme bewältigt. Oben angekommen kurzer Fotostop , Rundumblick, natürlich die Verpflegungsstation geentert und weiter zur Bergstation der Osterfelderbahn. Hier traf ich nun die Entscheidung auch weiterhin die Söcke im Rucksack zu belassen und den Downhill im gemütlichen Tempo zu traben und nur ab und zu mal die Bremse zu lösen. Unterwegs noch an einem krassen Kameramann vorbei, kurzes Schneefeld und weiter zum letzten VP. Mit den letzten Sonnentrahlen ging es auf dem Jägersteig dem Ziel entgegen. Langsam aber sicher gelangte ich auf die Teerstraße, meine Beine meldeten sich immer noch nicht und so entstand kurzerhand folgende Idee. Bis hierher hast du dir keine zeitlichen Vorgaben gemacht. Junge - komm sei schneller als deine Startnummer. Getragen von den vielen klatschenden Händen auf der Straße, den Balkonen und in den Vorgärten erreichte ich in 12:41:55 das Ziel. Exakt 5 Sekunden vor 12 42 , meiner Startnummer. Ein Perfekter Tag ging zu Ende und es hat einfach alles gepasst. Danke an Alle die dazu beigetragen haben und hoffentlich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr oder beim ein oder anderen Traillauf.


Die geilste Strecke zwischen zwei Orten ist ein Trail

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#19

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 12:40
von Trailrunning-Rocks • 201 Beiträge

Euch allen Gratulation...eagl ob es der 100er, 68er oder 50er war und ein DNF ist besser als ein Beinbruch. Wir machen das hier alle nur zum SPAß, wir sind keine Profisportler und müssen neben dem Laufen, noch Familie und Beruf unter den Trailschu kriegen. Es ist verdammt schwer sich für DNF zu entscheiden...

....im übrigen, ich habe mehr als nur ein Bier für euch getrunken, aber ich glaube bei so vielen DNFs lag es nicht an der Menge sondern an Qualität (JUPILER iii pfui).
Ich hab alles gegeben für euch, mehr ging wirklich nicht ;-)))


Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.
(Johann Wolfgang von Goethe)

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#20

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 15:21
von Mauki • 1.285 Beiträge

Zitat
Es ist verdammt schwer sich für DNF zu entscheiden...



Da hast du verdammt recht. Das ist genauso schwer wie weiterzulaufen und sich zu quälen.

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#21

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 21:01
von weltenbummlerontour • 46 Beiträge

Manchmal ist Aufgeben eine größere Leistung als das Ankommen!

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#22

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 21:34
von TriTo • 1.287 Beiträge

Was machen eigentlich Eure Oberschenkel... ??? ;-)

....schon komisch, nach drei Tagen....hmmm...


...nice to read you...

Greetz TriTo

....life's a trail!

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#23

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 21:44
von Tom • 63 Beiträge

Meine Oberschenkel gehen seit heute einigermaßen . Aber Sonntag und Montag waren echt heftig.
Morgen versuche ich mal eine kleine runde zu laufen .

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#24

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 22:06
von schnellejugend • 828 Beiträge

Zitat von TriTo im Beitrag #22
Was machen eigentlich Eure Oberschenkel... ??? ;-)


Die wollten Sonntag und Montag nur mit einem Aufzug nach unten. Heute bin ich bergab zwar noch nicht wirklich geschwebt aber es war wieder eine flüssige Bewegung erkennbar.


Materialfetischist, gadgetgeil. Wenn ich mir begegnen würde wäre ich mir unsympathisch.

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#25

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 22:08
von stevea • 831 Beiträge

Sonntag...alles easy
Montag...Gemisch aus Beton, Chili und Stecknadeln - Leider geil
Heute...besser
Morgen...mal ne Runde laufen

Nachdem ich mit Kompressionssocken sehr gute Erfahrung nach dem Laufen gemacht habe, werde ich jetzt auch mal die Teile für die Oberschenkel ausprobieren. Mal schauen ob die Dinger da auch so gut wirken.


http://www.uptothetop.de
Trailrunning, Außergewöhnliche Projekte, Tourenberichte, Interviews, Ausrüstungstests u.v.m.

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#26

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 22:42
von Saarotti • 257 Beiträge

.........heute mal lockere 8km.........es tut weh.....

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#27

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 22:49
von TriTo • 1.287 Beiträge

Bei mir ging So gut....war ein wenig in den Bergen....aber easy, Mo 8k in Grainau,
Heute 45 min logga Rad, aber die Oberschenkel sind immer kochecht Druck empfindlich , sehr sehr :-)


...nice to read you...

Greetz TriTo

....life's a trail!

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#28

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 26.06.2012 22:50
von weltenbummlerontour • 46 Beiträge

... heute 21 Km gelaufen...
Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor...

aber schön wieder schneller zu laufen :-)

Thomas

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#29

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 27.06.2012 10:16
von cosmopolli • 240 Beiträge

...bin bisher nur Rad gefahren - das geht ja immer, aber deutlich langsamer als sonst.
Weiss noch garnicht, ob ich vorm Berglauf am Samstag überhaupt laufen gehe .
Da lief ich letztes Jahr auch eine Woche nachm ZUT mit - danach war ich regeneriert


on the way to chamonix

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#30

RE: ZUT/ZST 2012 Impressions

in Rennberichte 02.07.2012 19:12
von bergfex64 • 1 Beitrag

Hallo Tom,

kann dir voll und ganz nachempfinden. Mir ging es letztes Jahr genauso beim Ultratrail; ab 60 km ging nichts mehr.
Oberschenkel dicht, mental und kräftemäßig alles (noch) im grünen Bereich. Hatte da 9 Std. hinter mir aber den schwierigsten Teil noch vor mir. Der Stachel der Entäuschung saß tief, aber im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
Die offene Rechnung mit dem Berg muss noch beglichen werden.

Gruss
Alfred

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