#1

Keufelskopf 2018

in Rennberichte 21.05.2018 00:35
von rosskopf • 143 Beiträge

Auch dieses Jahr war ich wieder mit von der Partie.
Bereits zum 4. Mal und obwohl es so allmählich dämmert, dass man nicht mehr so ganz neu in unserem schönen Sport ist, begehe ich nach wie vor immer mal wieder die gleichen "Anfängerfehler" wie z.B. zu schnell loszurennen, Essen und Trinken zu vernachlässigen, während des Rennens die Nerven zu verlieren wenn mal etwas nicht so optimal läuft usw.
Zuletzt beim diesjährigen Petit Ballon, bei welchem gefühlt nahezu alles schief lief. Mit knapp 6:33 war ich knapp 1 Stunde über meiner Zielzeit. Im Anschluss für 2-3 Wochen komplett Laufpause weil krank. Bin doch eigentlich nie krank...Also doch nicht so unkapputtbar?
Beim Urbantrail in Luxemburg nicht in der gleichen Verfassung gewesen wie letztes Jahr, deswegen den Entschluss getroffen, die 12km zum Start erst mal hinzulaufen und dann die 34 km Rennen dranzuhängen...auch wieder so ein Rennen in welchem ich meine Grenzen aufgezeigt bekommen habe. Einige Bekannte getroffen welche ich eigentlich als "schwächere" Läufer eingestufft hatte, konnten mich lächelnd und Mut zuredend überholen. Aber immerhin an dem Tag in 5 Stunden knapp 46 km hingelegt, nur waren sie sehr viel anstrengender als angedacht.
Letzter langer Testlauf sollte dann der Bärenfels Maitrail ( am 1.5.) sein. Ruhig und besonnen angegangen und in den ersten 2 Runden auch sehr zurückhaltend in den Downhills gelaufen. Lief super, 49km in 4 Stunden 53 min und was mir wichtig war, ich fühlte mich super danach.
Vorbereitung abgeschlossen.
Im Rückblick auf die Trainingsstatistiken der letzten Jahre ist an und für sich nicht viel anders.
Nur mehr Läufe über 40 km nämlich 3 anstatt von 1.
Maximale Wochenkilometeranzahl dieses Jahr lediglich 93km.
Letztes Jahr hatte ich 2 Wochen auffeinander folgend 120 km.
Aber wie lief denn der KUT denn nun eigentlich?
In kurz: SAUGUT
Ziel war es unter 11 Stunden zu bleiben. Es gibt insgesamt 4 VPs beim Kut.
Plan war es 2,5 Stunden bis zum VP1 (24km) zu brauchen und ab da dann in 2 Stunden jeweils zum nächsten VP zu Laufen.
Was soll ich sagen, genau so hab ich es abspulen können. Bei VP3(km56) fühlte ich mich noch recht gut, was eher überaschend war, denn die letzten beiden Jahre gings mir hier schon zunehmend schlechter. Beim VP 4 angekommen hab ich mich erkundigt wie weit der Vordermann denn weg sei, da hieß es 12-13 min. "den kriegste nicht mehr" hat der nette Mann an dieser VP gemeint, auch meine liebe Frau hat zustimmend genickt und ich selbst hab mir auch gesagt, dass ich nur noch gemütlich die letzten km reinlaufen müsse und hab den Gedanken an eine Verfolgungsjagd dankend abgehakt. So brach ich auf, mit dem Gedanken mein Rennen schön konzentriert und fokussiert zu Ende zu laufen. Ich weiss gar nicht mehr genau wann, aber so ungefähr 6-7 km vorm Ziel bin ich auf den Vordermann aufgelaufen, der etwas verwirrt an einer Kreuzung stand, wobei mir nicht klar war warum, denn Schild, Kreidepfeil am Boden und Flatterbändchen zeigten für mein Verständnis einwandfrei die Richtung an. Er lief eigentlich noch ganz locker, aber da packte mich dann doch etwas der Ehrgeiz und ich pushte noch mal etwas die flacheren Stellen und Downhills. Platz 5 hatte ich inne wenn ich nicht doch noch kurz vor knapp einen Einbruch erleiden sollte. Also nicht übetreiben, Tempo raus, Atmung kontrollieren, federnd leicht laufen (insofern man das mit knapp 82km in den Beinen noch kann). Die letzten km, ein neues Schild welches den "Jubiliäumstrail" ankündigte und nochmal eine kleine Streckenänderung am Ende? Keine Ahnung auf jeden Fall kam dieser Teil nicht bekannt vor, was aber nichts heissen muss. Abschnitt war schön, aber am Ende hätt ichs auch nicht mehr gebraucht...obwohl da vor mir leuchtete was blaues im "Busch". Jetzt hieß es beissen! Ha und dann auch noch ein bekanntes Gesicht.
Ich: "Hi, alles klar?
Tobias: "Ja, du hast ja noch ganz schön aufgeholt"
Ich glaub das wars dann auch mehr oder weniger, aber wie heisst es so schön auf einem von Eriks Plakaten "Laktat macht blöd"
Noch 2 km zum Ziel, im letzten Downhill die Wiese runter ins Dorf hab ich dann alle Schleusen geöffnet und bin runtergrannt als gäbs kein morgen mehr. Zumindest hat es sich so angefühlt und war auch mehr eine Flucht nach vorn, denn ich wusste, dass ich hoch nix mehr rennen konnte und so versuchte ich hier ein klares Zeichen an Tobias so senden, dass er es gar nicht erst versuchen sollte mir nachzusetzen. Sorry dafür ;-)
Irgendwie ging die Taktik auf die letzte Steigung stemmte ich mich dann keuchend und schnaufend hoch, immer wieder zurückblickend. Kam keiner. letztes Flachteil...100m können sich je ewig hinziehen, noch kurz notdürftig das Gesicht am T-shirt Ärmel abwischen, der Sohnemann soll ja keine Angst vorm Papa kriegen...endlich die Kurve und ins Ziel trudeln lassen.
Endlich geschafft. 10 Stunden 23 min selbstgestoppte Zeit, Platz 4! Ha von wegen 12 min kriegt man nicht mehr aufgeholt :-) Bei nem Ultra ist alles möglich. Tja dieses Jahr liefs halt einfach.
Zum Schluss aber noch einen vielen lieben Dank an alle fleissigen Helfer sowie den Veranstalter selbst. Dann auch noch einen Gruß an alle Mitstreiter, es ist mir immer wieder eine Ehre mehr und mehr von euch kennen zu lernen und wiederzusehen.


zuletzt bearbeitet 21.05.2018 00:37 | nach oben

#2

RE: Keufelskopf 2018

in Rennberichte 21.05.2018 10:12
von Axel Gripmaster • 34 Beiträge

Schön geschrieben, kann mich wiederfinden, was dieses Jahr angeht. Petit lief bei mir ebenso, 1h über der sonstigen Zeit. Was ich aber dem vielen Schnee in die Schuhe schiebe. Auch paar Wochen später Herrenberg und kürzlich Chiemgau liefen nicht wirklich gut. Ich bin aber guter Hoffnung das der Knoten platzt. Der KUT ist eine Hausnummer für sich. Ich würde mir mehr solcher Veranstaltungen wünschen. Habe den Eindruck, das sich die Trailszeneriie irgendwie ebenso in die falsche Richtung entwickelt wie vor Jahren der Triathlonsport. Es werden ein Event nach dem anderen aus dem Boden gestampft um dann kurzr Zeit später wegen zu wenig Profit wieder zu verschwinden.

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