#16

RE: Der Irontrail im Trailmagazin...

in Rennberichte 23.08.2012 13:55
von Ultra-Habicht • 9 Beiträge

Zitat
Ein 200 Kilometerrennen in den Alpen mit Durchschnittshöhe von über 2000 Metern ist definitv nichts für einen Anfänger. Und von denen hatte es eine Menge dort.


War das wirklich so? Klar, ich habe auch gehört, dass einer von jemandem gehört hat wie der mitbekommen hat, dass einer erzählt hat... Letztendlich habe ich dafür aber keinen Beweis, sondern nur Vermutungen. Und die von mir im Bericht ermittelten Zahlen zeigen eigentlich, dass in Bergün noch rund 200 Trailer gut im Rennen waren, ohne dass man daraus natürlich genaue Schlüsse aufs Endergebnis ziehen kann (siehe: http://www.laufkultur.de/homepage/conten...12.htm#Trailmag).

Zitat
Klar gibt es immer ein erstes Mal... aber bevor man sich an einen solchen Event heranwagt, sollte man vielleicht schonmal irgendwas zwischen 100-150km in schwierigem Gelände gemacht haben. Es braucht mehr als nur die Fähigkeit 200 Kilometer zu laufen um ein Rennen wie den Irontrail zu finishen.



Das ist eine These und nicht mehr als das. Ich kenn persönlich Teilnehmer, denen ich ein Finish im Vorderfeld durchaus zugetraut hätte, die aber noch keinen Wettkampf über der Marathondistanz stehen haben und habe aber gleichzeitig Läufer die Segel streichen sehen, vor deren aktueller Laufvita jeder den Hut zieht.

Aus meiner Sicht braucht es eine Kombination aus Bergerfahrung/Trittsicherheit und Ausdauer, um zu bestehen. Wie und wo man sich die erworben hat oder ob sie einem "gottgegeben" ist, spielt doch keine Rolle. Und wie schon im Bericht angedeutet, selbst Kilian Jornet hatte vor seinem UTMB-Sieg 2008 keinerlei klassische Ultra-Vita. Sein erster Eintrag in der doch recht aussagekräftigen DUV-Statistik (http://statistik.d-u-v.org/getresultperson.php?runner=71615) ist der UTMB 2008. Auf seiner HP finden sich davor nur Einträge von kurzen "Skyraces" ab 2007 und eben seinen Skirennen. Und doch brachte er schon damals alle erforderlichen Eigenschaften mit, um nicht nur zu bestehen, sondern auch zu gewinnen.

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#17

RE: Der Irontrail im Trailmagazin...

in Rennberichte 23.08.2012 17:54
von Alpinrönner • 232 Beiträge

Ja das war so. Ich hatte direkte Bekannte dort. Ein paar als Teilnehmer und noch mehr als Helfer. Leute die schon Berg Ultras und Transalpine-Läufe gemacht haben. Wenn die sagen, dass es da viele Leute gab, die nicht darauf vorbereitet waren, was da auf sie zu kam, dann glaub ich denen das auch. Der Organisator hat vieles falsch gemacht... das wurde von eben jenen Helfern genau so bemängelt(allen voran die nicht reflektierenden Reflektoren, die Pflichtausrüstungskontrolle uvm.). Die Organisation wurde im übrigen auch im Vorfeld schon von diversen Personen und Vereinigungen bemängelt. Und zwar genau die Punkte, an denen es schlussendlich gescheitert ist.
Ich finde deine Hochrechnung im übrigen auch nicht wirklich aussagekräftig, da sie den zustand der Läufer zum Zeitpunkt der Kontrollpunkt-Passage nicht miteinbezieht. Ob die da noch gut drauf waren oder halb tot, wissen nur die Leute vor Ort.

Das ein vorheriges absolvieren einer kürzeren Strecke ein finishen sicher stellt? Sicher nein. Aber man hat zumindest schonmal die Erfahrung gemacht, was es bedeutet in der Nacht zu laufen, wenn es kalt und einsam ist und man sich nie völlig sicher ist, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das dürfte auf jeden Fall nicht schaden. Auch wenn es meiner Meinung nach in der Verantwortung des Läufers steht sich entsprechen vorzubereiten. Diese Erfahrung ist auch viel wichtiger als die körperliche Fittness. Die muss zwar top sein, aber letztendlich entscheidet sie nur zum kleinen Teil über Erfolg oder Misserfolg. Von dieser alpinen Erfahrung hatte Kilian Jornet auf jeden Fall zur Genüge. Sie muss auch nicht beim Laufen gesammelt werden. (Nacht)wanderungen, (Ski)Bergsteigen und ähnliches hätten es wohl auch getan. Da stimme ich mit dir überein. Aber auch das muss man erstmal gemacht haben.
Einige Leute haben das vielleicht wirklich nicht nötig, weil sie mit einer solchen neuen Situation umgehen können. Das werden aber wohl eher die Ausnahmen als die Regel sein.

Die Organisation hat an entscheidenden Punkten Mängel. Es gab sicher einen grossen Anteil an Läufer, die nicht für den SIT bereit waren. Es war eine absolute Frechheit des Organisators die Schuld auf die Läufer zu schieben, ohne selbst wirkliche Eingeständnisse zu machen und Selbstkritik zu üben. Es war sehr schade für die rund 20-30% der Teilnehmer, die es wohl gepackt hätten.
Gescheitert ist es wohl an der Organisation. Denn das viele Leute kommen würden, die es nicht packen würden, war von Anfang an klar. Der Veranstalter hätte darauf vorbereitet sein müssen.
Trotzdem ist kritik an einem grossen Teil des Teilnehmerfelds und einen Apell an ihre Selbstverantwortung wohl gerechtfertigt.


Alles unter 2000 Höhenmeter ist Ruhetag!!! ;-)

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#18

RE: Der Irontrail im Trailmagazin...

in Rennberichte 23.08.2012 19:19
von Saarotti • 252 Beiträge

Zitat

Trotzdem ist kritik an einem grossen Teil des Teilnehmerfelds und einen Apell an ihre Selbstverantwortung wohl gerechtfertigt.



Nein!

Saarotti

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#19

RE: Der Irontrail im Trailmagazin...

in Rennberichte 23.08.2012 21:04
von bloodlet • 173 Beiträge

Ich habe in meinem Bericht lediglich geschrieben, dass 50 ambitionierte Laeufer am Start des 201 waren und NICHT, dass die anderen 300 komplett unfaehig waeren!!! Das stimmt so einfach nicht. Desweiteren habe ich den Veranstalter sehr wohl kritisiert und angemerkt, dass Markierung und Verpflegung mangelhaft war. Da ich es aber zweifelsohne toll faende, wenn dieses Rennen eine zweite Chance bekommt ( weil es irre schoen sein kann) ist es nicht zielfuehrend alles durch den Kakao zu ziehen...es ist nun mal ein Fakt, dass ein grosser Teil der Starter nicht vorbereitet war...ich war dort und ich hab es genau beobachtet und das laesst sich auch durch 54 Stunden oder 56 Stunden oder 3056 Meter oder 3200 Meter oder ob der UTMB nun 166 km oder 170 km lang ist nicht aufheben...mir wurde vor 3 Jahren mal vorgeworfen, dass der UTMB ja 166 km lang waere ...man weiss ja heute, dass dem nie so war...gell Frau Ww. Die Strecke wurde neu vermessen...was eine Vorahnung damals

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#20

RE: Der Irontrail im Trailmagazin...

in Rennberichte 24.08.2012 15:38
von cosmopolli • 240 Beiträge

Egal wie es genau gelaufen ist, der Veranstalter hat sich wohl ziemlich übel selbst ans Bein gepinkelt - die Teilnehmer die ich kenne werden die Veranstaltung sicher im nächsten Jahr meiden, manche sogar den Veranstalter beim Swissalpine.
Trailrunning im Ultrabereich ist eben kein Massenphänomen und wird es wohl auch nie sein - da sollte man mit den paar Kunden die man hat sehr behutsam umgehen....

Zitat
Selbst gestandene Bergsportmarken wie Patagonia, Arc'teryx, Dynafit oder Mammut werden auf die Saison 2013 hin eine umfassende Trail-Running-Kollektion bringen. Dass die Industrie mit diesem Thema jedoch die Massen bedienen kann, ist fraglich. Berg- und Extremläufe wie der Ultra Trail du Mont Blanc oder der Swiss Iron Trail geniessen zwar die mediale Aufmerksamkeit, bleiben jedoch eine Nischensportart für Ausnahmeathleten.


quelle: http://mobile.nzz.ch/lebensart/reisen-fr...rbei-1.17376161


on the way to chamonix

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