#1

Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 11:37
von TriTo • 1.287 Beiträge

83k Adv:
Philip knapp hinter der Spitze auf Platz 4 !

117K: Denis kämpft sich tapfer durch Wind und Wetter...scheint, als habe er einen kleinen Einbruch (Splittzeiten werden relativ *langsamer*

KEEP(t) :-) ON!


...nice to read you...

Greetz TriTo

....life's a trail!

nach oben

#2

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 12:06
von Rupi • 1.025 Beiträge

Und nicht zu vergessen, Tom Wagner hält sich gut.

Der 83k wird noch richtig spannend.


agressive Downhillsau
©Gripmaster


Running is my Church.
nach oben

#3

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 12:18
von TriTo • 1.287 Beiträge

YES! THEY CAN!!!! :-)


...nice to read you...

Greetz TriTo

....life's a trail!

nach oben

#4

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 15:09
von cosmopolli • 240 Beiträge

Seb hats gemacht :-)


Es gibt keine Wunder - nur Training ;-)
nach oben

#5

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 15:11
von cosmopolli • 240 Beiträge

und Ryan auch ;-)


Es gibt keine Wunder - nur Training ;-)
nach oben

#6

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 15:26
von cosmopolli • 240 Beiträge

und Philipp 2ter - super!


Es gibt keine Wunder - nur Training ;-)

zuletzt bearbeitet 02.03.2013 15:27 | nach oben

#7

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 15:52
von etti • 15 Beiträge

Hat jemand etwas von Denis gehört ?

nach oben

#8

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 16:33
von cosmopolli • 240 Beiträge

ziemlich genialer live ticker... wenn man mal geschnallt hat wie es funktioniert ;-)
check das hier:
http://online.trackingsport.com/servidor-web/ui2.html?o=55
letzter Checkpoint war bei km 55 nach 9.44.... ominös


Es gibt keine Wunder - nur Training ;-)

zuletzt bearbeitet 02.03.2013 16:37 | nach oben

#9

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 19:37
von etti • 15 Beiträge

Er ist wieder aufgetaucht bei km 95!

nach oben

#10

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 02.03.2013 23:17
von Mauki • 1.285 Beiträge

Der Tom ist einfach der Hammer.

nach oben

#11

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 04.03.2013 18:54
von coco87 • 42 Beiträge

TGC Transgrancanaria 2013
– eine Geschichte


Das Leben erzählt Geschichten. Jeden Tag.
Und du bist der Akteur, der seine Rolle spielt und versucht, mit neuen unerwarteten Begebenheiten die uns das Leben bringt, zurecht zu kommen.

Rechts von mir steht eine Dame mit geschwollenem Auge, links von mir sitzt ein Schwarzer mit einer dicken Wange. Ich zwischen drin, im Rollstuhl. Gestern musste ich mich den ganzen Tag zwingen, nichts zu tun. Heute bin ich von Natur aus gezwungen zu ruhn.

00:00 Uhr. Die Stimmung hat mich gepackt. Kein bisschen müde. Ich steh am Start vom TGC. 3 Monate Training, heute fällt der Vorhang. Trotz Winter und Kälte zu Hause immer gelaufen. Am Laufband mit Steigungen oder knietief im Schnee. Einmal vorne dabei zu sein, mein gewagtes Ziel für heute. Und so lange wie möglich schnell zu laufen. Bis einfach nimmer geht. Der Kopf will, mein Herz brennt und die Seele schreit. Laufen, wie Kilian.

Ein Schweizer, den ich vor der Busfahrt zum Start kennen gelernt hab, schüttelt mir die Hand. Wir wünschen uns alles Gute. Doch nach den ersten paar Metern trennen sich unsere Wege. Schade, denn er war ein richtig netter Kerl. Aber für mich gibt’s heute nur alles oder nix. Ich setz alles auf eine Karte. Meine Motivation.

Also erst mal Plätze bergauf langsam aber stetig gut machen. Die ersten 10 KM sind perfekt. Die Temperatur ist genau richtig. Endlich mal kein Schnee. Ich find eine gute Pacemakerin und halt mich an ihr an. Sie gibt mir ein gutes Tempo vor. Es is verdammt steinig, vorsicht vom ersten Schritt an ist geboten. Doch der Blick immer wieder zurück Richtung Meer und Hafen ist faszinierend. Die Stirnlampen ziehen sich auf einer Linie entlang den Berg hinauf. Unvorstellbar dass manche jetzt schon so weiten Abstand zu den ganz Vorderen haben.
Man hört die 1. Labestation schon von der Weite. Die Canaren feuern uns an, ja sie feiern uns. Ich lass mich von der Welle tragen. Platz 6 sagt mir ein Helfer. Platz 6? Wow. Also doch nicht so schlecht unterwegs. Trotzdem fällts mir grad schwer das zu glauben. Ich bin noch motivierter als vorher. Es geht mir dementsprechend gut. Ich überhol Julia Böttger (glaub ich zumindest, denn die ist in Wirklichkeit gar nicht mitgelaufen, was ich aber da noch nicht wusste). Ich verspreche mir selbst, die holt mich heute nicht mehr ein.
Es geht bergauf, bergab. Nette, weiche und abwechslungsreiche Trails. Gefällt mir!

Labestation 2. Auf dem höchsten Ort von Gran Canaria. Ich bin mittlerweile 4. Wahnsinn! Ich bin so motiviert, wie noch nie. Gott lass diesen meinen „Lauf“ bis zur Ziellinie anhalten. Der nächste Abstieg wird in Angriff genommen. Ich treff Denis vom Trail Magazin. Was für eine Ehre für mich. Der lange, karge Trail-Experte fragt mich welche Schuhe ich ins Bag für km 83 gegeben hab. Wir quatschen über die richtigen Schuhe für diesen Lauf und sind uns beide nicht sicher, ob unser Schuhwerk das richtige ist für eventuellen Regen bis zum Schluss.

Wieder steinig und schwer, dieser Trail. Der Buddy von Denis, der hinter mir läuft, hat einen Fußballfeldscheinwerfer am Kopf und so lauf ich im eigenen Schatten und seh ein Meter vor mit nur schwarzen Untergrund. Irgendwie nicht so toll. Weil meine Füße jucken und ich mein Tempo gehen will, zieh ich davon und lauf alles andere als vorsichtig und langsam. Ich will heute einfach mehr.
Ich schmeiß mir den I-Pod ins Ohr und hör die Playlist von Kilians Filmmusik. Ich fühl wie er (zumindest bergab). Ich flieg über den steinigen, harten und unverzeihlichen Trail hinunter. Mein Herz springt vor Freude im Takt zur Musik mit. Der Weg endet in einem breiten Feldweg. Aber die großen Felsbrocken am Weg sind nicht weg zu denken. Mit meiner Geschwindigkeit kann ich die Steine am Weg in der Halbdunkelheit meiner Stirnlampe nicht immer rechtzeitig erkennen. Vor der letzten Kurve bergab passierts. Ich spür meinen linken Fuß, wie er über einen Stein rutscht und ich nicht richtig aufsetz. Und schon flieg ich, wie ein Eichkatzl. Und in dem Moment wo ich am steinigen Untergrund aufkomm, will ich’s einfach nicht wahrhaben. Stechende Schmerzen. Es tut einfach gerade zu sehr weh um an irgendwas anderes denken zu können. Schmerzen nicht nur im Knöchel, viel mehr im Herzen. Der nächste Gedanke kommt aber sobald ich wieder bei mir bin. Game over, jetz is für mich vorbei.

Aus der Traum, mich mit den Frauen der Weltspitze des Trailrunnings zu messen. Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann. Und bei KM 23 war dieses „weit“ zu Ende.
Tränen in den Augen. Läufer, die vorbei laufen, fragen ob alles ok is und wies mir geht. „I´m okay. You can keep on runnin!“ Ich wart eine Minute. Aufsteigen geht langsam wieder. Aber laufen geht gar nicht mehr. Ich überleg kurz, um für die Punkte für den UTMB die Strecke zu Ende zu gehen. Aber nach den ersten paar hundert Metern auf den steinigen Weg bergauf tut der Fuß zu sehr weh. Und laufen geht auf gar keinen Fall mehr. Sinnlos. Der nächste CP ist mein Ende.

Die asphaltierte Straße die letzten 5km zum CP sind schleppend. Wissend, dass da oben das Ende wartet, macht mich nicht schneller. Die Batterien meiner Stirnlampe gehen aus. Ich wechsle sie. Langsam zieh ich mich hoch. Läufer überholen mich und fragen immer wieder ob alles ok ist. Ich kämpf mit den Tränen und versuch dennoch die letzten Meter zu genießen. Wie paradox. Der Aufgabe zögernd hingebend, schau ich mich immer wieder um. Auf der gegenüberliegenden Talseite sieht man immer wieder Stirnlampen sich hinunterschlängeln.

Mein Blick schweift weiter zu einem Ort inmitten eines Berghanges, der in der Ferne noch tief schläft. Es beginnt leicht zu regnen. Ich bin seit dem ersten bergauf komplett verschwitzt und meine ganze Bekleidung ist triefend nass. Mir wird mit dieser Geschwindigkeit kalt. Ich frier. Bis zum CP halt ich’s noch aus. Noch zwei Kurven und schon bin ich da. Die Leute feuern mich wieder an. Leider, liebe Gäste, das Theater ist vorbei. Der Vorhang auf meiner Bühne fällt hier, auf diesem eisigen Punkt der Erde. Und dabei sollte die Hölle doch brennen.

Ich such einen Verantwortlichen von der Organisation. Erklär ihm was los ist. Ich muss die Notfallsnummer anrufen. Die Verbindung mit meinem Handy ist schlecht. Also ruft der Mann vom CP dort an. Erklärt denen auf Spanisch was mir passiert ist. Er erklärt mir: ein Rettungswagen wird kommen und mich nach Las Palmas bringen. Ich frier, zitter nun schon am ganzen Körper. Zieh mich mitten am CP bis auf den BH aus. Was solls. Soll die Zeit beim Bundesheer ja nicht umsonst gewesen sein. Gott sei dank hab ich eine Regenjacke und einen Ersatz-BH mitgenommen. Ein Helfer borgt mir seine Fleecejacke. Der Wind hier macht die Sache nicht besser. Mir wird wärmer. Aber es ist noch immer weit entfernt von angenehm. Ich soll mich einstweilen ins Auto setzen und im „Warmen“ warten. Kein Wind und kein Regen heißt für die Canaren also im Warmen. Da muss ich fast schmunzeln. Wenn ich das gerade könnte. Ein zweiter Helfer erklärt mir plötzlich, dass ich und andere die aufgeben dann von der Organisation abgeholt werden, wenn alle Läufer diesen CP passiert haben. Was? Das will ich gerade nicht glauben. Ich ignorier was er gesagt hat und lass mich also in dieses Auto setzen. Ein Läufer liegt schon drinnen am Nebensitz. Eingewickelt in einer Decke. Er gibt mir die Hälfte und schläft weiter. Ich kann jetzt nicht schlafen. Schau den Läufern zu wie sie vorbei ziehn. Wenn ich nur auch weiter könnte... Die Fenster beginnen zu beschlagen. Ich starr auf die weißen Scheiben. Eine Dame macht die Fahrertüre auf und gibt mir einen Becher mit warmer Flüssigkeit in die Hand. Ich bedanke mich und sie macht die Türe wieder zu. Es ist eine Mischung aus Kakao und Joghurt. Und ich muss es langsam trinken weil mir von dem üppigen Gatsch vielleicht doch schlecht werden könnte. Aber es tut gut, was Warmes in den Körper zu bekommen. Egal ob Gatsch oder nicht.

Nach gefühlten zehn Minuten kommt ein Rettungswagen zur Station. Vielleicht ist der ja doch für mich. In mir kommt Freude auf. Und tatsächlich, ich soll in den Rettungswagen steigen. Verdammt, wieso is da drinnen auch so kalt!? Bei uns daheim sind die Rettungswägen im Winter beheizt. Den Luxus gibt’s hier wohl nicht. Die Sanitäterin schreibt meinen Namen auf. Englisch ist den meisten Spaniern wirklich eine absolute Fremdsprache. Also erklär ich ihr mit Händen und Füßen was sie wissen will. Aber mit ihrer netten, leicht unbeholfenen Art macht die 23 jährige ohne es zu wissen eine gute Stimmung im Krankenwagen. Mittlerweile sind wir nämlich zu dritt, ein Pole Namens Pawel hat sich zu uns gesellt. Der ist gestürzt und in einem Kaktus gelandet und hat nun viele Stiche am Oberschenkel und eine Beule nächst Knie, wo er einen Stachel drinnen vermutet. Er hat keine Schmerzen. Mann wieso rennt der nicht weiter? Ich wär jetzt gern an seiner Stelle. Aber ich lenk mich ab und denk an den Kaktus, muss grinsen. Ich würd jetzt gerne zum Polen sagen: „Attention, Kaktus inside!“ Aber den Spaß würde keiner verstehen, kann ja nicht mal der Pole englisch. Mein Knöchel hat mittlerweile die Größe eines Tennisballs, Tendenz steigend. Ich schau auf Pawel. Und frag mich was seine Eltern im 2. Weltkrieg erlebt haben. Er ist ein drahtiger Kerl, mit Narben an den Händen. Ich werd wohl nie mehr über ihn erfahren, aber die Gedanken lenken mich ab. Nachdem die Dame Blutdruck gemessen, Puls kontrolliert und Daten soweit als möglich gesammelt hat, geht’s weiter in ein Ambulatorium in der Nähe. Also irgendwo im Nirgendwo. Es ist ja noch immer dunkel. Und mir ist noch immer kalt. Selbst die Decke vom Krankenwagen hilft nicht. Da beschließt die nette junge Sanitäterin mir noch Eis auf den Fuß zu packen. Generell keine schlechte Idee. Wenn mir nicht eh schon sau kalt wäre.

Beim Ambulatorium angekommen, erwarten uns ein Arzt und sein Gehilfe. Der Gehilfe sieht unseren Zustand. Auch der Pole friert. Er holt einen transportablen Miniheizstrahler ins Zimmer. Ich muss mich in einen Rollstuhl setzen. Demütigung total! Vom Ultraläufer zum Rollstuhlathleten, so schnell kanns gehen. Sie reinigen Pawels Wunden und er verabschiedet sich. Der „Kaktusstich“ wird entlassen. Ein Freund hat ihn abgeholt. Ich muss belieben. Ins Spital nach Las Palmas, „X-Ray“ sagt der Doktor nur. Also nur noch ich hier, mit den zwei Canaren. Der Arzt deutet auf meinen Fuß und will irgendwas sagen. Leider versteh ich ja kein Spanisch. Dann geht er zum Waschbecken und klopft drauf. „NEEEEEEEEEIN, NEEEEEEIN!“ schrei ich und wehr mich innerlich. Der Arzt lacht. Einen Gips bringt mir niemand auf meinen Fuß! Da müssen sie mich vorher erst umbringen. Wie soll ich sonst meine Koffer zum Check-In bringen? Andauernd wiederholt er „no runnin“ jaja, ich weiß danke. Mir geht’s eigentlich eh grad beschissen. Sag ma des a no. Ich beschließ, die Heizung besser zu nutzen. Wickel mir die Decke um die Hüfte und leg die kurze nasse Hose auf den Heizkörper. Was denen jetzt wohl alles mit mir einfallen könnte, ich will gar nicht dran denken. Davon laufen würde mir heute nämlich mehr als schwer fallen. Lieber nicht dran denken.
Der Doktor bringt mir höchstpersönlich einen Kaffee mit Milch und Zucker. Nachdem ich seit langem nur mehr reinen Espresso trink, tut das heute Richtung gut. Zucker und Wärme. Und diese paar Heizstäbe. Ich ruf die Mama an und frag sie ob ich wirklich ins Spital muss wenn ich gar nicht will. Sie überredet mich doch hinzufahren. Tut das gut ihre Stimme zu hören. Mittlerweile ist es 07:15 Uhr. Und bis die Rettung aus Las Palmas kommt, dauerts. Wenigstens wird meine Hose halbwegs trocken.

Endlich sind sie da. Wieder kann keiner von den zwei Sanitätern englisch. Kurze Blicke immer wieder aus dem offenen Fenster hinaus in die halbdunkle Landschaft. Die Wolkendicke hängt noch immer tief in den Bergen.

Die Vielfalt von Gran Canaria lässt sich während der Fahrt erahnen. Ich ärger mich weil ich das alles nicht erleben durfte. Danke Körper. Wieso hast du mich heute so sehr im Stich gelassen? Die feucht nassen Bäume neben der Straße geben Dschungel-Feeling. Während der 80 minütigen Fahrt mit unendlich vielen Kurven und einem alles andere als stabilen Rettungssitz, knicke ich ständig ein. Die Müdigkeit hat mich. Trotz Kälte in meinen Knochen. Wir kommen nach Las Palmas. Hier ist es wärmer. Gott sei dank, das Frieren hat endlich ein Ende. Sogar im Krankenhaus ist es warm. Hier sitzen überall Menschen herum und warten. Alle mit ihren Geschichten. Warum die Frau ein geschwollenes Auge hat und der Schwarze eine dicke Wange lässt sich erahnen. Aber wer weiß was denen wirklich passiert ist. Weiß bestimmt von denen auch keiner, dass ich seit über 24 Stunden auf den Beinen bin. Nach wieder einer Ewigkeit warten, komm ich zum Röntgen. Sie lassen mich aus dem Rollstuhl nicht heraus.

Am Gang setz ich mich trotzdem auf einen normalen Sitz und lass den Rollstuhl alleine stehn. Ich hol einen Riegel aus dem Rucksack, wir Ultras haben so was ja immer dabei. Und beginne, diese Geschichte zu schreiben.
Nach einer Ewigkeit komm ich dann endlich rein zum Doktor. 2 eingerissene Bänder, soweit ich das richtig verstehe. Sie geben mir einen Verband drauf. Wow, dafür hab ich nun so lange gewartet? Es ist 10:15 Uhr. Ich verlasse das Spital und fahr endlich mit einem Taxi in mein Hostal. Die Dusche wartet auf mich. Seit 04:50 Uhr, wo ich das Rennen offiziell am CP beendet habe sind nun also 5h25min vergangen.
Fix uns fertig komm ich ins Zimmer. Aber müde bin ich jetzt wieder nicht mehr. Eher aufgewühlt und enttäuscht.


12:24 Uhr. Ich lieg am Strand. Die Sonne scheint. 29 Grad. Ich schwitz. Sogar alleine wenn ich nur lieg, bilden sich am Rücken Schweißperlen. Aber die Wärme tut nach dem Frösteln in der Früh richtig gut. Ich lass sie auf mich einwirken. Schau raus aufs Meer. Riech das Urlaubsgefühl. Schau nach links, zum Ziel vom TGC. Spür meinen Knöchel wie er in mir arbeitet und pulsiert. Der Weg zum Strand (gute 5 Minuten Gehzeit) waren gerade mühsam und schmerzend. Aber da rüber schauen und zu wissen, dass ich die Ziellinie heute nicht überschreiten werde, tut noch viel mehr weh und bringt wieder Tränen in meine Augen.
Es soll nicht das letzte Mal sein. Am Abend geh ich zum Ziel, um meine Bags zu holen. Das von km83 ist noch nicht hier. Also geh ich nur mit einem Rucksack bei der Ziellinie vorbei. Jetzt täusch ich mich nicht. Da steht Julia Böttger plötzlich neben mir. Relaxed wie sie ist, war sie vermutlich wirklich gar nicht am Start. Ich schau auf den Zieleinlauf. Da kommt eine Läuferin. Ja, bei der bin ich vorbei gerannt. Ich könnt jetzt an ihrer Stelle sein. Wieder diese Tränen. Ich werf die Kapuze über den Kopf und geh.

Am nächsten Tag um 09:00 Uhr hol ich nun mein 2. Bag. Fast niemand mehr hier. Der Ort ist verlassen und fast menschenleer. Ich find wem von der Organisation der mir mein Bag holt. Geh zurück zum Taxi, ab zum Airport.
Im Flugzeug schau ich runter und lass die Insel hinter mir.
Mein Traum, einmal richtig gut zu laufen, war diesmal nicht drin.

¡Adiós! Transgrancanaria! Du bist nun eine meiner Geschichten.

nach oben

#12

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 04.03.2013 19:26
von Rupi • 1.025 Beiträge

Danke für den toll geschriebenen Bericht.
Man muss beim Lesen richtig mitleiden.

Hat sich die Diagnose der spanischen Ärzte bestätigt?

Jedenfalls Gute Besserung!


agressive Downhillsau
©Gripmaster


Running is my Church.
nach oben

#13

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 04.03.2013 19:37
von Neckarine • 798 Beiträge

Hallo coco87,

auch von mir erstmal: Gute Besserung!

sehr bewegend, Dein Bericht, danke!


Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein (E. Mörike)

nach oben

#14

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 04.03.2013 20:21
von Saarotti • 260 Beiträge

Gute Besserung auch von mir,
kleiner Nachsatz noch,auch mich hat beim UTMB massiv der eigene Schatten gestört wenn hinter
Mir jemand mit einer Superlampe lief.Allein im Wald mögen die Dinger ja Super sein,
aber beim Lauf in der Kolone stören die mächtig....
Saarotti

nach oben

#15

RE: Trans GrandCanaria TGC

in Rennberichte 04.03.2013 20:22
von coco87 • 42 Beiträge

Ich war in ö nimma beim arzt weil i scho wieder halbwegs beinand bin. Kann zumindest scho wieder radl fahrn. Danke für eure meldungen und Glückwünsche. Kann ich gut gebrauchen! Lg katja

nach oben


Besucher
0 Mitglieder und 13 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Distanza
Forum Statistiken
Das Forum hat 3259 Themen und 32121 Beiträge.


disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Forum Software von Xobor